Hexenkunst und Magie
SOMMERSONNENWENDE
Das nächste Fest des Jahreskreises ist die Sommersonnenwende. Die Sonne erreicht ihren höchsten Stand und das Feuerelement befindet sich in seiner hitzigsten Zeit. Alles grünt und blüht, die Natur strebt dem Höhepunkt ihrer Entfaltung zu.
In der Mittsommernacht entfaltet sich dieselbe ungezähmte Kraft wie in der Walpurgisnacht und die Hexen wußten und wissen das zu nützen. In dieser Nacht, die zwischen den beiden Tagen liegt an denen die Sonne in ihrer stärksten Kraft auf die Erde niederglüht, trug - so heißt es in den nordischen Mythen - die Göttin Freya den Brisingamen. Jenen göttlichen Schmuck, der ihre Macht symbolisierte und in seinem strahlenden Glanz der Fülle und Schönheit des Sommers gleichgesetzt wurde.
Schon am Tag vor der Mittsommernacht wurde überall gefeiert. Und wenn die Nacht hereinbrach wurden die Feuerräder und die Holzstöße entzündet, die das Flammen der Sonne symbolisierten. Doch die Sonne - das klassische Symbol des Feuerelementes - durfte nicht herausgefordert werden. Daher wurden zu Kränzen gewundene Heilkräuter und andere Opfergaben in die Flammen geworfen. In manchen Gegenden wanden sich die Jungvermählten Kräutergürtel um die Hüften, ehe sie über das Feuer sprangen. Damit sollte die fruchtbare Energie der Flammen in das Becken der jungen Frau gezogen werden.
Ganz besonders das Johanniskraut, das - so sagt man - frühmorgens an diesem Tag noch taubenetzt gepflückt werden mußte, gilt seit jeher als Symbolpflanze der Sommersonnenwende. In manchen Ländern galt es auch als sehr glückbringend, am frühen Morgen dieses Tages über die taubedeckten Wiesen zu tanzen oder sich im taufeuchten Gras zu wälzen.
Alle Rituale dieses Festes sind fruchtbarkeitsfördernd, sinnlich und durchaus erotisch. Sie sind und waren Rituale weiblicher Macht und Erotik, die sich leider in der heutigen Zeit kaum mehr in ungehemmter matriarchalischer Fülle ausleben lassen.
Text Copyright Andrea Burger
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